| Newsletter Juli 2010 Teil 2 |
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| Geschrieben von: P. Boskamp |
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Circovirus Dieses Virus steht seit etwa 2000 im Focus. Es ist ein Virus, welches das Immunsystem der Taube beeinflusst. In welchem Umfang dies geschieht hängt zum Teil vom Zeitpunkt der Infektion ab. Es ist festzustellen, dass die Auswirkungen umso schlimmer sind, je jünger die Tauben sind. Kommt der Angriff des Virus später, so hat das Immunsystem sich entwickelt und die Folgen sind begrenzt. Aber es ist nicht schwierig sich vorzustellen, dass die Abwehrkräfte ihre Fähigkeit verlieren, um auch andere Krankheiten abzuwehren. Diese Erkrankungen können sich dann eher manifestieren und der Taubenorganismus kann sich nicht auf sein Wachstum konzentrieren. Es ist auch für die Tauben wichtig, nicht zu spät gegen Paramyxo und andere virale Infektionen geimpft zu werden, insbesondere auch im Hinblick auf das Risiko einer früheren Infektion mit dem Circovirus. Sobald ein Impfstoff gegen dieses Virus auf dem Markt ist, könnte es sehr gut sein, dass wir sehr viel einfacher mit anderen Krankheiten umgehen können. Wir packen das Übel dann an der Wurzel an. Die PraxisJetzt Mitte des Jahres ist ein Flickenteppich von Krankheitssyptomen in der Praxis zu sehen. Während am Anfang der Saison vor allem Erkrankungen der Luftwege zu sehen waren, sehen wir nun die Auswirkungen verschiedener viraler Infektionen, welche sich die Tauben während ihres Aufenthalts in den Körben mitgebracht haben. Natürlich gibt es genug Schläge, wo wir es mit milden Luftwegeinfektionen zu tun haben, welche einfach zu beheben sind. Jedoch gerade in diesem Monat erscheint es mir so zu sein, dass es mehr schwer zu bekämpfende Infektionen gibt. Eine Zunahme des viralen Infektionsdrucks kann hier in der Tat eine Ursache sein. Seien Sie sich bewusst, dass die Tauben welche gut geflogen haben und Woche für Woche in der Liste standen, plötzlich Opfer einer Virusinfektion werden können. Besonders im Fall einer Infektion mit dem Herpes-Virus können Symptome der Atemwege auftreten. Z.B. Augentropfen können schnell wirken, sodass der Schleim in den Atemwegen fast verschwunden sind. Es ist in solchen Fällen kein festsitzender Schleim zu finden. Diese Vögel fühlen sich oft schwach und haben wenig Muskelspannung. Durch die Schwächung der (milden) Virus-Infektion kommen die Tauben hoffnungslos aus der Form. Ruhe ist hier das Beste. Diese mild verlaufenden Herpes-Infektionen sind jedoch nicht das Einzige was wir sehen, sondern auch Pockeninfektionen fordern ihren Tribut. Die Tauben sind geimpft, werden aber nicht sichtbar krank. Die Form geht jedoch zurück da der Impfschutz nicht (mehr) optimal ist. Virus-Infektionen reagieren nicht auf Antibiotika wodurch viele Züchter meinen, dass das Medikament des Tierarztes x oder y nicht gut ist. Aber Tatsache bleibt, dass Antbiotika gegen Virusinfektionen wirkungslos sind. Wenn die Tauben die Virus-Infektion selbst weitgehend überwunden haben und nur noch unter sekundären bakteriellen (= zusätzlichen) Infektionen leiden, können sie sehr gut auf ein bestimmtes Medikament gegen Luftwegeinfektionen ansprechen. Deshalb erhalten einige Medikamente zu Unrecht die Aura, gegen bestimmte virale Infektion zu helfen. Ist von einer Viruserkrankung die Rede kann es daher sinnvoll sein, Antibiotika zur Bekämpfung von Sekundärinfektionen zu geben. Dies lässt dem Taubenorganismus die Energie, sich auf die Bekämpfung der viralen Infektion zu konzentrieren. Spezifische antivirale Medikamente könnten sich in einzelnen Fällen als nützlich erweisen, z.B. wenn es sich um sehr wertvolle Tauben handelt. Aber es ist nicht immer Heilung zu erwarten. Bei den verschiedenen Pokkenimpfstoffen ist dies normalerweise der Fall. Es gibt auch einzelne Fälle von Erkrankungen bei Züchtern, die mit dem "Pinsel" gegen Pocken geimpft haben. Dies kommt aber durch schlecht gewordene Impfstoffe oder unsachgemässe Handhabung. So wird die Wirkung zum Beispiel stark herabgesetzt wenn beim Herausziehen der Federn eine starke Blutung einsetzt. Lange Zeit stand im Westen kein Impfstoff gegen das Herpesvirus zur Verfügung. Es ist zu hoffen, dass der Impfstoff, der nun zur Verfügung steht, auch gut funktioniert. Damit dieser voll wirksam ist sollte zweimal geimpft werden. Wir können sagen, dass es einige virale Probleme bei unsere Tauben gibt die (mehr und mehr ?) eine Bedrohung darstellen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dabei das Circovirus eine wichtige Rolle spielt ist nicht ausgeschlossen. Missmanagement in den Schlägen kann nicht mehr durch unnötige Antibiotikagaben vertuscht werden. Der Einsatz von Antibiotika sollte nur dann erfolgen wenn die Tauben deutlich erkrankt sind. Die verschiedenen Regierungen in Europa verfolgen eine Politik, den Antibiotikaeinsatz drastisch zu reduzieren. Kurzum: Investitieren in Gesundheit und nicht in Krankheit. Viel Erfolg Peter Boskamp |














